Vera Komnig

Art/ Paintings and more…


18 Kommentare

Schicht im Schacht: Schwarzes Gold…

Nu is Schicht im Schacht.

Schwarzes Gold! Black gold!

Ich bin damit aufgewachsen: Schwarze Luft, schwarze Fensterbänke, Wäsche, die draussen trocknet, holt man schwarz wieder rein.

Bergbau, mitten im Ruhrpott, wo die Luft nach faulen Eiern stinkt und das Licht der Strassenlaterne die immerwährende dicke Staubschicht nicht gänzlich durchbricht. Russ in der Luft. Immer.

I grew up with it: Black air, black window sills, laundry that dries out, you get back in black.
Mining, in the middle of the Ruhr Valley, where the air stinks of rotten eggs and the light of the street lamp does not completely break through the everlasting thick layer of dust.

Russ in the air. Always.

Nun ist Schluss. Now it’s over.

Die 250 Jahre andauernde Ära Bergbau geht im Dezember diesen Jahres zuende. Ein wenig wehmütig ist mir da schon ums Herz.

Mir, die ich als Kind noch auf den Schlackebergen in Duisburg Walsum spielte. „Monte Schlacko“ nannten wir Kinder  unseren „Spielhügel“.

„Kommste mit auffen Monte Schlacko?“ und jeder wusste Bescheid, wo wir zu finden waren.

Die weissen Söckchen immer mit dunkelgrauschwarzem Staubrand am Ende des Tages. Kartoffeln am Stock im Kohlefeuer gebraten. Die Wohnung ohne Heizung und nur durch einen großen Kohleofen geheizt.

The 250-year era of mining is coming to an end in December this year. A little wistfully is already there in my heart.

Me, who as a child I still played on the slag mountains in Duisburg Walsum. „Monte Schlacko“ we children called our „play hill“.

Are you coming to Monte Schlacko“ and everyone knew where we were.

The white socks always with dark gray-black dust edge at the end of the day. Potatoes fried on a stick in a coal fire. The apartment without heating and heated only by a large coal stove.

Ich höre noch den Lärm der Schütte, wenn die neu gelieferte Eierkohle durch die Eisenrutsche in den Keller rauschte.

Danach hieß es immer erst: sauber machen. Die Luft stand vor Ruß.

Meine beiden Großväter arbeiteten noch auffer „Zeche“: Unten, in den Stollen, wo es dunkel, stinkend, glitzernd nass und heiss war. Und gefährlich! Soviele Grubenunglücke passierten in der gesamten Ära, soviele Bergleute fanden unten in den Stollen den Tod.

Mein Großvater aus Walsum diente schon im ersten Weltkrieg. Dann im zweiten Weltkrieg und heimgekehrt aus der russischen Kriegsgefangenschaft verdingte er sich als Übersetzer für die russischen „Fremdarbeiter“ im Pütt.

Großvater „Opa Herne“ schuftete noch im Stollen, erlitt dort einen schweren Unfall mit Schädelverletzung, die sein restliches Leben beeinträchtigte. Trotzdem ist er über 90 Jahre alt geworden.

 

I can still hear the noise of the chute when the newly delivered charcoal rustled through the iron chute into the cellar.

Then it was always first: clean up. The air stood before soot.

My two grandfathers were still working on the „mine“: down, in the tunnels, where it was dark, stinking, glistening wet and hot. And dangerous! So many mining accidents happened throughout the era, so many miners found death in the tunnels below.

My grandfather from Walsum served in the First World War. Then, during World War II and returned from the Russian prisoner of war, he worked as a translator for the Russian „foreign workers“ in Pütt.

Grandfather „Opa Herne“ was still working in the tunnel, there suffered a serious accident with skull injury, which affected his remaining life. Nevertheless, he became over 90 years old.

 

Auch in meinem Freundeskreis waren Bergleute. Ein damaliger Freund arbeitete als Steiger und war nicht unglücklich über die Privilegien, die dieser Job einem gemeinen Bergmann gegenüber mit sich brachte. Oft und gerne erzählte er, dass er zwar „runter“ in die Hitze müsse, dort aber nicht mehr am Abbruch Hammer stünde, sondern die körperlich schwerste Arbeit von den Bergleuten gemacht werden musste. Währenddessen machte er es sich in einer kleinen Ausbuchtung der Stollen „gemütlich“. So etwas wie ein Pausenraum. Hier war es zwar ebenfalls heiss, aber nicht mehr ganz so laut und man hatte seine Ruhe. Peter hieß er. Ich weiss gar nicht , was aus ihm geworden ist.

Also in my circle of friends were miners. A friend at the time worked as Steiger and was not unhappy about the privileges this job entailed.
Often like he told me that he indeed „down“ must in the heat, but would no longer be at the demolition hammer, but the physically hardest work had to be done by the miners.
Meanwhile he made himself comfortable in a small bulge of the tunnels. Something like a break room. Here it was also hot, but not so loud and you had your peace. Peter was his name. I do not know what happened to him.

Nun endet also diese Bergbau Ära, in der ich aufgewachsen bin.

Und ein Bild ist entstanden.

Als Hommage an all die schwer arbeitenden Bergleute der letzten 250 Jahre. Es ist mir einen Herzensangelegenheit hiermit meinen tiefsten Respekt allen Bergarbeitern gegenüber zum Ausdruck zu bringen!

Glück auf und Schicht im Schacht!

Now ends this mining era in which I grew up.

And a picture has been created.

As tribute to all the hard-working miners of the last 250 years. It is my heartfelt concern to express my deepest respect to all miners!

Good luck and Schicht im Schacht!

„Schwarzes Gold“

Schwarzes Gold, Acrylic on Canvas, 100x 100 cm

 

Wer mehr über den Bergbau und die gesamte Ära lesen möchte, findet hier viel Wissenswertes: 

Who wants to read more about the mining industry and the whole era is a lot of information here:

https://bergbau-im-revier.de/

Und hier noch ein paar Imressionen/ a few impressions to

„Schwarzes Gold“